Startseite
über den echten Orpheus
über mich
Dornbirn/Vorarlberg
Musik
Ardèche
C.A.T. (Chaos Adventure Team)
Betze
Agnostizismus
LiebLinks
Impressum
 

 




Isis und Devise

C. A. T. Vogesen 2007

 

-    Ihr glaubt, man kann völlig pferde-unerfahrene Chaoten nicht mit ahnungslosen Pferden durch die Gegend fahren lassen?

Das glauben wir jetzt auch!

-   Ihr glaubt, man kann ahnungslose Pferde nicht mit völlig pferde-unerfahrene Chaoten durch die Gegend fahren lassen?

    Das glauben die Pferde jetzt auch!

 

 Vorab hatten wir das Abenteuer 2007 unter flogendes Motto gestellt:

Ein Pferd ist auch nur ein Mensch!

Unsere Pferde haben dieses Motto voll bestätigt.

 

Die beiden Süßen hörten auf die Namen Devise und Isis.

- Devise war ein braves Mädchen, hörte aufs Wort und hat geduldig Ihren Wagen gezogen.

- Isis war eine Zimtzicke, bockig, manchmal nicht zu bändigen, um dann wieder in Generalstreik zu treten.

Es war also alles wie im richtigen Leben.

Um es gleich vorweg zu sagen: Wir hatten Chaos und wir hatten Abenteuer. (Was wollten wir eigentlich mehr?)

 

Zunächst möchte ich Euch unsere Französinnen mal vorstellen: 

Devise:

Isis:

Diese Pferderasse nennt sich "Comtois", oder genauer gesagt "Trait Comtois".  Es sind kraftvolle Pferde, ursprünglich für das Ziehen von schweren Lasten gezüchtet. Im Mittelalter wurde der Comtois als Schlachtross, für Turniere und zum Ziehen von Fuhrwerken verwendet. Und heute ziehen sie 1.300 kg schwere Zigeunerwagen (Leergewicht, ohne Egbert) durch die Vogesen.

Jede unserer Damen brachte nahezu 800 kg auf die Waage.

In der einschlägigen Literatur wird der Charakter des Comtois so beschrieben:

"Diese Rasse ist furchtlos, geduldig, energisch und willig."

Das können wir nur bestätigen. Devise war geduldig und willig, Isis dagegen furchtlos und energisch.

 

zurück zum Seitenanfang

 

Die Zigeunerwagen, im Folgenden Roulotte genannt, müsst Ihr Euch so vorstellen:

Das waren unsere beiden Roulottes. L'Aventure (links, gezogen von Isis, bewohnt von Michael, Dieter und Egbert) und La Nature (gezogen von Devise, bewohnt von Martin, Werner, Hans und Simon) 2 Etagenbetten, Breite ca. 40 cm (je Bett, nicht beide zusammen) und ein ebenso schmaler Kleiderschrank. Eine Sitzecke, die sich in ein Doppelbett umfunktionieren lässt. (Entschuldigt bitte die Unordnung, aber hier war eine reine Männerrunde unterwegs.) Die Küchenzeile mit zweiflammigem Gaskocher, Spüle und Kühlschrank.

 

zurück zum Seitenanfang

 

Aber nun mal der Reihe nach:

 1. Tag (Anreise und Übernahme der Roulottes)

Die Anreise war von permanentem Regen geprägt. Das war's dann aber auch. Während wir in den letzten Jahren häufig mit schlechtem Wetter zu kämpfen hatten, waren die folgenden Tage optimal: Sonne und angenehme Temperaturen - ideal für Mensch und Tier.

Kaum, dass wir die Grenze überquert hatten, wurde das in Frankreich allgegenwärtige Grundnahrungsmittel in großen Mengen angeschafft ....

 

 

 

 

 

.... und bei der nächsten Rast getestet.

 

 

 

 

 

 

  ... war Ziel der Anreise und Ausgangspunkt des Abenteuers.

 

 

 

 

 

 

                                                                             Durch diese Toreinfahrt gelangt man in die Station.

 

Dort machte uns die Chefin Francoise mit den Roulottes vertraut und wir begannen die Wagen einzuräumen.

 

Der Regen hatte nachgelassen, es war aber erst früher Nachmittag. Also erkundeten wir zunächst mal Fontenois la Ville.

Dabei entdeckten wir doch tatsächlich einen Bauwagen mit unseren Initialen und machten dieses Selbstauslöser-Foto.

                              

 

Sollte das ein Hinweis auf die nächsten drei Tage sein?

 

 

 

 

 

 

zurück zum Seitenanfang

 

Zurück in der Station erhielten wir vom Pferdeflüsterer eine Einweisung in die Kunst des Aufzäumens.

 

 

 

Die Angestellten in der Station sprechen nur französisch. Zum Teil musste die Kommunikation auch "mit Händen und Füßen" erfolgen. Wir hatten aber vorab eine Liste mit speziellen Vokabeln des Pferdegeschirrs erhalten und da jeder ohnehin ein paar Brocken Französisch beherrscht, ging das ganz gut.

 

Danach durften wir uns im Restaurant der Station wie "Gott in Frankreich"  fühlen ....

         

 

 

 

 

 

 

.... und ließen den Tag bei Rotwein und unseren üblichen "Spielereien" ausklingen (natürlich in unseren Roulottes, wo wir auch schon diese erste Nacht schliefen).

 

zurück zum Seitenanfang

 

Bevor es jetzt richtig los geht, möchte ich Euch zunächst die komplette Strecke vorstellen.

Die erste Etappe führte von der Station in Fontenois la Ville zur Ferme-Auberge "La Scie Goguette" (blaue Route) und umfasste ca. 12 km.

Am zweiten Tag ging es von La Scie Goguette in den kleinen Weiler Peu (grüne Route, ca. 10 km).

Der dritte Tag schloss den Kreis von Peu zurück zur Station in Fontenois la Ville (rote Route, erneut ca. 12 km).

Wir hatten jeden Tag in zwei Abschnitte unterteilt; mit einer langen Pause dazwischen.

Unterwegs war unsere Strecke folgendermaßen ausgeschildert:

 

Das Gelände der gesamten Tour war hügelig. Bei leichten Steigungen mussten die Mitfahrer aussteigen, bei größeren Steigungen haben wir die Pferde durch Schieben des Wagens unterstützt. Alles in allem bin ich als Nicht-Kutscher sicher mehr als die Hälfte der Strecke gelaufen. Insofern haben wir durchaus an die sportlichen Vorjahresabenteuer mit Bergwanderungen, Radtouren und Paddeltouren angeknüpft.

Auf allen folgenden Bildern sieht das Kutschieren oft sehr entspannt aus. Das liegt daran, dass wir nur in den wenigen entspannten Momenten Gelegenheit hatte zu fotografieren. Wenn's mal richtig rund ging, wenn Isis zum Beispiel mal wieder den "Molly" machte, wurden alle Hände benötigt, um die jeweilige Situation wenigstens halbwegs im Griff zu behalten.

 

zurück zum Seitenanfang

 

2. Tag (von Fontenois la Ville zur Ferme-Auberge "La Scie Goguette")

 

 

 

 

 

 

 

Der Tag begann  - wer hätte das gedacht -  mit Zähneputzen.

 

Danach gab es ein gutes französisches Frühstück im Restaurant der Station. 

 

 

 

 

       

  Noch waren alle entspannt. Doch dann wurde es ernst.

 

Der Pferdeflüsterer brachte unsere Pferde und wir mussten zum ersten Mal selbst aufzäumen.

   

 

Dann erklärte er uns, wie man die Pferde einspannt und wie man kutschiert.

 

Er fuhr noch ca. 1 km mit uns, sprang dann ab und lief zurück zur Station. Von nun an waren wir auf uns alleine gestellt.

 

Dies war eine der leichteren Steigungen, wo nur der Kutscher auf dem Bock blieb und die Mitfahrer abstiegen.

 

 

 

 

Im Hintergrund des Bildes sieht man zwei Autos, die einen Überholversuch entnervt abbrechen und umdrehten.

 

zurück zum Seitenanfang

 

Die vordere Roulotte wurde von Isis gezogen. Sie war nach dem Einspannen kaum bis gar nicht zu halten und scharte so heftig mit dem rechten Vorderhuf, dass vom Asphalt Funken aufstoben. Nach einigen hundert Metern war ihre erste Euphorie verflogen und sie bestimmte die weitere Reisegeschwindigkeit. Der Kutscher hatte darauf keinen Einfluss (obwohl er ständig rief: "Allez, Isis, allez").

Devise dagegen folgte treu und brav und klebte dabei mit ihren Nüstern permanent an der vorderen Roulotte. Wir gaben ihr deshalb den Beinamen "Patex". (Hier rief der Kutscher permanent: Doucement, Devise, doucement!")

Diese beiden Bilder wurden aus dem Rückfenster des ersten Wagens heraus geschossen.

                       

 

Die erste Rast, etwa auf der Hälfte der Strecke, machten wir neben einem Campingplatz. Das hatte den Vorteil, dass man sich dort mal heimlich auf die Toiletten schleichen konnte.

 

 

 

 

 

 

 

Es gab selbstgebackenen Kuchen, die Pferde wurden versorgt ....

   

 

                             .... und schließlich wurde wieder angespannt.

 

 

 

 

 

 

Seit diesem ersten eigenständigen Anspannen ohne erfahrene Hilfe weiß ich, woher der Begriff "Anspannung" kommt.

 

Die Karawane zieht weiter....        

 

 

 

 .... Blick vom Kutschbock

 

 

 

 

 

 

zurück zum Seitenanfang

 

Ankunft am Ziel der ersten Tagesetappe, der Ferme-Auberge "La Scie Goguette"

 

 

 

 

 

 

Am jeweiligen Tagesetappenziel bekamen wir zwei Stromanschlüsse für die Roulottes und das Pferdekraftfutter für den Abend und den nächsten Morgen.

 

Die Pferde wurden wieder ausgespannt und versorgt. Sie bekamen Wasser und ihr Kraftfutter, wurden gestriegelt und schließlich auf die benachbarte Weide gebracht, wo sie sich von uns erholen konnten.                 

 

Derweil richteten wir uns gemütlich ein.

 

In der Ferme-Auberge war ein Essen für uns vorbereitet und wir machten wieder Einen auf “Gott in Frankreich“.

 

 

 

 

 

 

 

 

Danach verabschiedeten sich die Angestellten der Ferme-Auberge und überließen uns der Einsamkeit der vogesischen Wildnis.

 

zurück zum Seitenanfang

 

3. Tag (von der Ferme-Auberge "La Scie Goguette"- nach Peu)

Trotz der ungewohnten Geräusche in freier Natur hatten (Dank des Rotweins?) alle gut und fest geschlafen. Bilder vom Zähneputzen fehlen an diesem Tag. Vielleicht liegt es daran, dass in freier Natur weniger Wert auf Zahn- und sonstige Hygiene gelegt wird.

In der Ferme-Auberge servierte man uns ein ordentliches Frühstück. Dann waren wir bereit für einen neuen Zigeunertag.

Die Pferde wurden von der Weide geholt ....

 

.... und wieder waren wir unterwegs

Auf dem rechten Bild scheint Isis mal wieder herumzuzicken. Aber Dieter redete immer wieder auf sie ein und wickelte sie nach und nach um den Finger (wie schon gesagt  -  es war alles wie im richtigen Leben).

 

 

            Auf unserem Weg passierten wir einen Feldherrenhügel.

 

 

 

 

 

 

 

Unterwegs kamen wir an einer leeren Weide vorbei. Kurz entschlossen rasteten wir hier und gönnten den Pferden die Weide mit frischem Gras und frischem Wasser. Sie dankten es uns mit purer Lebensfreude.

 

Während Egbert, der Entertainer, ein Reh-Rudel unterhielt (so glaubte er wenigstens), machte es sich der Rest der Truppe mit dem Rest des Kuchens gemütlich.

 

zurück zum Seitenanfang

 

Das Ziel dieses Tages war ein Bauernhof im 50-Seelen-Weiler Peu. Wie immer wurden zunächst die Pferde versorgt und auf die Weide gebracht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf der Nachbarweide fristeten zwei Ochsen ihr Dasein.

 

 

 

 

Danach folgte das übliche Abendprogramm mit "Gott in Frankreich" und sonstigen Spielereien.

 

zurück zum Seitenanfang

 

4. Tag (von Peu zurück zur Station in Fontenois la Ville)

Nach einem deftigen Frühstück wurde wieder angespannt.

Nun entwickelten sich erneut zwei Situationen, in denen keiner fotografieren konnte, weil alle Hände gebraucht wurden.

Isis ließ sich partout nicht einspannen. Selbst der pferde-erfahrene gastgebende Bauer wusste keinen Rat mehr und wir führten sie auf die Straße vor dem Bauerhof, um die Roulotte von hinten an das Pferd heranzurollen, statt umgekehrt. Das funktionierte auch einigermaßen, aber dann legte Isis einen derartigen Kavalierstart hin, dass die Mitfahrer den "Aufsprung" verpassten und so lange zu Fuß hinterherlaufen mussten, bis unser Kraftprotz sich nach einigen Kilometern ausgetobt hatte und Michael die Kutsche endlich zum Stehen brachte.

Währenddessen drehte die bereits eingespannte Devise durch, weil die geliebt Roulotte, der sie (patex-)klebenderweise immer folgte, um die Hausecke und aus ihrem Sichtfeld verschwunden war. Alle Möchtegern-Zigeuner halfen beim Einspannen von Isis, nur Martin saß auf dem Kutschbock von Devise, als diese randalierte. In ihrer Panik hatte sie sich  schließlich so verheddert, dass sie verkehrt herum parallel zur Roulotte stand. Bei dieser Aktion wäre die Kutsche beinahe umgekippt.

Mit zwei extrem nervösen Pferden fuhren wir die letzte Etappe Richtung Fontenois la Ville.

 

                                            Die zickige Isis ist wieder mal kaum zu bändigen.

 

 

 

 

 

 

 

An einem kleinen See legten wir unsere letzte Rast ein und brachten die verschwitzten Tiere zu einem Pferdeparkplatz.

 

Dann kochten wir uns Dosenravioli, und beinahe wäre noch ein tierisches Unglück passiert. Gottlob hatte Michael seinen Teller gerader leer gegessen, als ein Vogel es nicht lassen konnte....

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

zurück zum Seitenanfang

 

Und wieder wurde angespannt angespannt, diesmal für die letzte Teiletappe.

Durch ein paar verschlafene Provinzdörfer führte uns der Weg zurück zur Station in Fontenois la Ville, wo die Pferde auf ihre Heimatweide durften.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir räumten unsere Roulottes aus und putzten. Dann verabschiedeten wir uns von den Angestellten der Station und traten die Heimreise an; mit Autos, die sich genauso verhielten, wie wir es von ihnen erwarteten.

 

Fazit dieses Abenteuers

 Vier Tage ohne Dusche haben uns zusammengeSCHWEISSt!

 

 

zurück zum Seitenanfang

 

letzte Änderung: 07.03.2008