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C.A.T. 2011 - Jagst und Kocher

.                                                                                                                                                                                                                            .
Leck mich am Arsch, 13 Cola-Weizen!
 
 Der etwas deftige Titel des diesjährigen Abenteuers hat folgenden Hintergrund:
    1. Die ersten beiden Tage waren geprägt von Götz von Berlichingen, der in dieser Gegend lebte und wirkte.
     2. Zufällig hatten wir an drei Abenden jeweils 13 Cola-Weizen auf der Rechnung.

 Unsere letzte große Radtour lag schon sechs Jahre zurück (Basel 2005) und das Paddeln im vergangenen Jahr
 (Ardéche 2010) war noch in guter Erinnerung. Darum wollten wir heuer beide Aktivitäten kombinieren. Außer-
 dem sollten An- und Abreise in einem erträglichen zeitlichen Rahmen bleiben. 
 Fündig wurden wir beim Tourismusverein "Hohenlohe + Schwäbisch Hall". Dort buchten wir eine kombinierte 
 Rad- und Paddeltour an Jagst und Kocher, erstmals in der C.A.T.-Geschichte mit einem Gepäcktransfer ("Mann" 
 wird älter und bequemer).

 Donnerstag, 26.05.2011 (Anreise und 45 km radeln)

 Start und Ziel war das Hotel Sonne in Bad Friedrichshall. Dort gaben wir unsere Koffer für den Gepäcktransfer ab
 und dorthin wurden uns die Leihräder geliefert.



 Weil das Hotel Sonne zwar Arbeit mit uns hatte, aber nichts an uns verdienen würde, haben wir auf der Terrasse
 zunächst etwas Umsatz generiert.

        

 Dann sattelten wir die Drahtesel und strampelten los. Dieser Wegweiser zeigte uns in den folgenden vier Tagen
 die Richtung an.


     
 
 Vom Bad Friedrichshaller Ortsteil Jagstfeld fuhren wir ins Tal der Jagst, vorbei an Schloss Heuchlingen und durch
 Untergriesheim nach Herbolzheim. Im Sportheim des dortigen Fußballvereins legten wir die erste Rast ein.

     
 Unser Fuhrpark                                                                                                        Selbstauslöserbild mit 5 sichtbaren und einem unsichtbaren Chaoten

    

 Weiter ging's, meist entlang der Jagst, über Neudenau, Siglingen und vorbei an der Rückseite von Schloss
 Assumstadt.

    
     

 Es folgten Züttlingen und Möckmühl. Am Marktplatz des historischen Stadtkerns war die nächste Pause fällig.
                     
                    
        
   "Telefonieren - nach hause telefonieren!"

   
  Der schlimme Finger (Ein entzündetes Nagelbett konnte
   mir die Freude an der Tour nicht wirklich verderben)


 Vorbei an Ruchsen, Widdern und Olnhausen...

 
 
 ... führte uns der Radweg nach Jagsthausen, wo wir die Götzenburg (heute ein Hotel) in Augenschein nahmen.
 In diesem Stammschloss derer von Berlichingen erblickte der "Ritter mit der eisernen Hand" das Licht der Welt.

 
   

 Inzwischen hatte ein leichter Regen eingesetzt und nötigte uns zur Modifikation des Outfits.

   
 

Dieses Wetter mussten wir nur die wenigen Kilometer über Berlichingen bis zum Kloster Schöntal ertragen. Das Hotel Post, ehemals Wäscherei und später Poststelle des Klosters, war Ziel dieser ersten Tagesetappe.








Während wir im Hotel eincheckten und duschten, riss draußen der Himmel wieder auf. Vor dem Abendessen konnten wir im Biergarten des Hotels noch etwas Sonne und einige (Cola-)Weizen genießen.
 
 Als es kühl wurde, verzogen wir uns ins Restaurant, wo man uns zunächst hervorragend verköstigte und wir uns
 anschließend beim Zocken köstlich amüsierten.
   


 Freitag, 27.05.2011 (55 km radeln)

 Am nächsten Morgen besuchten wir nach dem Frühstück zunächst das benachbarte Kloster.
 
 

 Danach wurden die Fahrräder klar gemacht und es ging weiter.

           

 Schon seit Möckmühl hatten wir gelegentlich die Trasse einer stillgelegten Schmalspurbahn tangiert. Dieser
 Bahnlinie folgten wir nun acht Kilometer lang. Im nächsten Ort (mit dem schönen Namen Bieringen) waren auf
 dem Bahnhofsgelände einige alte Wagons abgestellt.

   

 
  

 Entlang der Bahnstrecke folgten die Orte Westernhausen und Winzenhofen. In der Nähe einer Eisenbahnbrücke
 passierte mir das gleiche Malheur wie 2009 in der Eifel. Ich fing mir einen Plattfuß ein, den wir direkt vor Ort
 reparieren mussten.

  
 

 Während unser Haus- und Hof-Fotograf die Reparaturarbeiten akribisch dokumentierte...



... fixierte ich eben mal besagte Eisenbahnbrücke.


                                                                                                                          (Dank an Dieter für die schöne Manipulation am Foto)

 Mit der zweiten Luft in Reifen und
Lunge ging es weiter über Marlach, Krautheim und Klepsau nach Dörzbach. Im
 Gewerbegebiet am Ortseingang nutzten wir einen Supermarkt zum Einkauf und zur Rast.
  

 In Dörzbach gibt es eine historische Ölmühle, die wir besichtigen wollten.


 Dort angekommen, erklärte uns Herr Stolz  - stolz 
und äußerst kompetent -  die Arbeitsgänge beim "Schlagen" von
 Öl.
Seine Familie betreibt diese Ölmühle seit dem 16. Jahrhundert.

 
 

 Nach diesem kulturhistorischen Intermezzo folgte eine längere Strecke entlang der Jagst (Hohebach, Ailringen,
 Mulfingen, Jagstberg, Heimhausen, Berndshofen, Buchenbach) auf der wir einige Pausen, einlegten.

        
   
  
 Zum Ende dieser Tagesetappe stand uns der anstrengendste Part der gesamten Tour bevor. Wir mussten aus dem
 Jagsttal über einen Höhenzug ins Kochertal. Doch bevor wir den Anstieg gemeinsam in Angriff nehmen konnten,
 ereilte uns ein Missgeschick.

 Zwei Nachzügler, Martin (Fotostop) und Egbert (Pinkelpause), übersahen kurz vor Eberbach einen Wegweiser und
 verloren den Anschluss an die Gruppe. Da die Beiden eine neue "zielführende" Wegemarkierung (Kochersteig)
 entdeckten, entschlossen sie sich, den Rest der Tagesetappe auf eigene Faust zu versuchen. Leider war der
 Handy-Empfang beeinträchtigt, sodass ein Kontakt mit den Anderen zunächst nicht möglich war.

 Nach anfänglich asphaltierten, dann geschotterten Waldwegen, verengte sich der Kochersteig immer mehr zum
 fahrrad-ungeeigneten Wanderweg. Die Räder mussten über unwegsame, zugewachsene und steile Wanderpfade
 geschoben werden und als man feststellte, dass dieser Kochersteig auf und ab und dabei auch immer wieder mal
 zurück ins Tal führt, suchte man schließlich mit Hilfe von GPS (Martins Smartphone) den direkten Weg zum
 Tagesziel Braunsbach im Kochertal. Die (Tor-)Tour wurde immer wieder von heftigen Regengüssen begleitet.

 Der Rest der Truppe hatte die Abtrünnigen mittlerweile vermisst, gesucht, auf diese gewartet und dabei viel Zeit
 verloren. Als irgendwann kurzfristig ein Handy-Kontakt möglich war, verständigte man sich auf eine zweigeteilte
 Anreise nach Braunsbach.

 Zunächst mehrfach durchnässt und dann auf einer herrlichen 3 km langen Serpentinen-Abfahrt von Orlach nach
 Braunsbach luftgetrocknet, kamen beide Gruppen im Fünf-Minuten-Abstand im Hotel "Zum Löwen" an.

 Frisch geduscht traf man sich im Restaurant des Hotels, um nach dem Verzehr von überdimensionalen "Beilagen"-
 Salaten mit den Hauptspeisen zu kämpfen.



 Trotz der Tagesstrapazen wurde auch diese Herausforderung bewältigt und anschließend wie immer etwas
 gezockt.

  

 Vor dem Essen gab es allerdings noch eine wichtige Besprechung. Am nächsten Tag stand eine Kocher-Paddeltour
 auf dem Programm. Der Paddel-Veranstalter Stefan Thaidigsmann 
besuchte uns im Hotel und eröffnete uns
 folgendes Problem:

 Der Kocher darf nur befahren werden, wenn der Pegel in Kocherstetten eine gewisse Marke nicht unterschreitet.
 Aktuell pendelte der Pegel genau um diese Marke. Ausschlaggebend für uns war der Wert um 08:00 Uhr des
 nächsten Morgens. Erst dann würde sich entscheiden, ob ein Paddeln auf dem Kocher möglich ist. Der Ver-
 anstalter bot an, uns im Falle einer Nichtbefahrbarkeit des Kocher zurück zur Jagst zu transportieren und dort
 die Paddeltour durchzuführen. 

 Eigentlich sollten wir von Braunsbach nach Kocherstetten paddeln und dann mit den nachgelieferten Fahrrädern
 weiter radeln. Für den Fall einer Jagst-Bepaddelung hatten wir eingewilligt, nach Braunsbach zurück zu kommen  und die Strecke nach Kocherstetten zusätzlich mit den Rädern zu bewältigen.

 Und nun wurden wir Zeuge einer sehr flexiblen Tourismus-Dienstleistungsstruktur, die uns stark beeindruckte. In
 unserem Beisein und weit nach 20:00 Uhr telefonierte Stefan mit dem Taxi-Dienst regioTaxi (unser Gepäck-
 Transfer-Unternehmer), um unseren Transport zur Jagst und zurück zu organisieren.  Da außer uns möglicher-
 weise eine weitere Sechser-Gruppe, sowie eine Firma mit 60 Teilnehmern zu transportieren waren (incl. der
 Boote), wurde kurzerhand ein weiterer Paddelunternehmer (Out Activ)
, der zufällig  in der Gegend unterwegs  war, mit eingespannt. Und das alles völlig unbürokratisch per Handy.


 Samstag, 28.05.2011 (10 km paddeln, 36 km radeln)

 Kurz nach 8:00 Uhr traf die Hiobsbotschaft ein: Der Pegelstand des Kocher erlaubte kein Paddeln. Also musste auf
 Plan B zurückgegriffen werden. Bei der Aufteilung der Personen auf die Fahrzeuge wurden die C.A.T.ler  dem
 Transporter von Michel Doll (Out Activ) zugeteilt, was sich als großes Glück erweisen sollte.

 Bei der Ankunft am Startplatz brach ich spontan in euphorischen Jubel aus. Da lagen zwischen den vielen Booten
 doch tatsächlich drei "Discovery" des kanadischen Herstellers Old Town. Für Nichtpaddler muss man erklären, dass
 die Boote der Firma Old Town die Rolls-Royce
unter den Kanadiern sind. Und Michel Doll sagte nur lapidar: "Das
 sind meine Boote. Wenn ihr wollt, könnt ihr sie nehmen." Für mich ging ein Traum in Erfüllung. Zum zweiten
 Mal hatte ich Gelegenheit, ein Old Town Schiff zu fahren.

 
Die drei Old Town "Rolls-Royce"

 Unsere drei Boote wurde als Erste "zu Wasser gelassen". Vergnügt paddelten wir los ...

 
                                                                                                       Man beachte den unterschiedlichen Tiefgang dieser beiden "Schiffe"

 ... um nach wenigen Kilometern eine Pause einzulegen.

   

 Danach merkten wir, dass der Kocher für Paddler zu Recht gesperrt war und auch die Jagst bei diesem Wasser-
 stand eigentlich tabu sein sollte. Die Weiterfahrt entpuppte sich als ein einziges Gestochere mit den Paddeln auf
 dem Grund des Flusses. Im Schiff mit dem größten Tiefgang (Egbert und Werner, rotes Boot) musste ein Paddler
 (Werner) mehrfach aussteigen und das Boot über die Steine ziehen.

   
 
 Trotzdem hatten wir einen Riesenspaß - und ertrunken ist im flachen Wasser auch niemand.

 Nach dem Rücktransport zum Hotel Löwen wechselten wir die Paddelbekleidung gegen unsere Radlergarderobe
 und nahmen den nächsten Abschnitt des Kocher-Jagst-Radweg unter die Reifen.

 Von Braunsbach ging es zunächst über Döttingen und Steinkirchen nach Kocherstetten. Das war die ursprünglich
 geplante Paddelstrecke, die wir nun zusätzlich mit den Rädern zurücklegten. In Kocherstetten befindet  sich
 jener Pegel, der am Morgen über die Nicht-Befahrbarkeit des Kocher entschieden hatte.

 

 Vorbei an Morsbach erreichten wir gegen Mittag Künzelsau. Direkt beim dortigen Kocherfreibad gibt es einen
 Biergarten, der uns für die Mittagspause gerade recht kam.

 
 
 Ausgeruht, aber mit vollem Magen schwangen wir uns auf die Räder und passierten im Folgenden Nagelsberg,
 Ingelfingen, Criesbach, Niedernhall, Weißbach, Forchtenberg und Ernsbach, bevor wir unser Tagesetappenziel
 Sindringen erreichten. Unterwegs gab es erneut einige Pausen. Insbesondere besichtigten wir kurz die sehens-
 werten mittelalterlichen Stadtkerne von Niedernhall und Forchtenberg.

 
 

 
 


 Als wir gegen 18:00 Uhr erschöpft nach der morgendlichen Paddeltour und der verlängerten Radetappe im
 
Hotel Krone ankamen, mussten wir noch einmal kurz in den Sattel. Man hatte uns nicht im Hotel selbst, sondern
 in einem nahe gelegenen Apartmenthaus untergebracht.


 
                                                                   Spielereien gab's am heutigen Abend keine, die Chaoten waren müde.


 Sonntag, 29.05.2011 (32 km radeln und Rückreise)

 Am Sonntag wurde der Kreis geschlossen. Wir fuhren zurück zum Ausgangspunkt in Bad Friedrichshall. Die letzte
 Etappe war bewusst kurz gehalten, weil ich am frühen Nachmittag zur Konfirmation meines Patenkindes wieder
 zuhause sein musste.

             Wir trafen uns vor dem Apartmenthaus, ...
 
 ... radelten ins Hotel, um dort zu frühstücken ...       


 ... und starteten dann zur letzten Etappe. Von Sindringen führte uns der Jagst-Kocher-Radweg über Ohrnberg,
 Möglingen, Kochersteinsfeld, Hardthausen, Gochsen und Neuenstadt zunächst nach Oedheim. Dort gab es für die
 großen Jungs noch mal richtig was zu gucken. Der Radweg führt direkt am Firmengelände der Hubschrauber-
 Reederei Meravo vorbei.

 
 
 

 Nach dieser letzten Pause war es nun von Oedheim nur noch ein Katzensprung (CAT-Jump) zurück nach Bad
 Friedrichshall und das Hotel Sonne.

 

 Dort stand unser Gepäck bereit, wir gaben die Fahrräder ab und genehmigten uns einen Abschiedstrunk, ...
 
  

 ... um dann die Heimreise anzutreten.

letzte Änderung: 29.08.2011